Reader Praxistips Dominanzabbau

Praxistipps und Dominanzabbau

Hier noch ein paar Tipps zur Diskussion in Workshops, Aktionsvorbereitungen, Bezugs- und Mitmachgruppen, Interessen- und Blütentreffen, ...

Moderation: Jemensch kann für eine Moderation ausgesucht werden. Super ist es, wenn alle es schaffen, zu moderieren, also dass alle...

  • darauf achten, dass nicht vom Thema abgeschweift wird
  • darauf achten, dass Dominantere stiller sind und Stillere mehr Zeit und Raum bekommen. Dazu gehört auch, Leuten, die ihre Gedanken nicht so schnell auf den Punkt bringen können, Zeit dafür zu geben und nicht mit pauschaler Redezeitbegrenzung unter Druck zu setzen (der zum Teil alle Gedanken noch wirrer macht, ...)
  • Diskussion strukturieren: erst Problem beschreiben, dann Lösungsideen sammeln, dann Bedenken sammeln, dann Bedenken hinterfragen, abwägen, was akzeptabel oder passend erscheint, Ergebnis(se) formulieren
  • visualisieren (z.B. auf Tafel, Papierbögen, Karten mitschreiben)
  • Methodenvorschläge machen (z.B. Runde, Kleingruppen, Brainstorming, Fishbowl)
  • daran denken, die Ergebnisse für alle an der Ergebniswand zu veröffentlichen, falls erwünscht.

Es ist natürlich super, wenn alle Anwesenden die Moderation übernehmen, falls sie das nicht können oder wollen, sollten sie die Rolle derdes ModeratorIn vereinbaren und klarstellen. Die Aufgabe der Moderation ist es nicht(!!!), Inhalte zu forcieren oder die Ergebnisse zu bestimmen! Dieder ModeratorIn sollte nicht so tun, als sei sie neutral, sondern es lieber versuchen. Sie kann an geeigneter Stelle auf den Diskussionsverlauf hinweisen und Methoden anbieten. Es gibt verschiedene Auffassungen, ob diedeR ModeratorIn selbst mitdiskutieren soll/kann oder sich nur aufs Methodische konzentrieren soll/kann.

Blitzlicht: Kann gut sein, um Dominanzen zu entschärfen. Um ein Bild von den Meinungen und Stimmungen aller zu einem Thema zu bekommen, hat jedeR(dieder will) einmal die Möglichkeit, etwas zu sagen. Es spricht nur die Person, die gerade dran ist. Verständnisfragen/antworten sind erwünscht aber keine Diskussion, keine Wertungen bis sich alle (die wollen) geäußert haben. Hilfreich ist eine Fragestellung für die Runde zu formulieren und diese ganz deutlich z.B. an die Tafel zu schreiben. Macht vorher deutlich, dass keineR gezwungen ist sich zu äußern.

Handzeichen: Um fair und/oder zügig miteinander Diskutieren zu können eignen sich Handzeichen. Diese können in großer Runde, als auch in der eigenen Bezugsgruppe angewendet werden. Die wichtigsten im Überblick:

  • Meldung: Ich möchte auf eine Redner_innenliste, ich möchte etwas sagen
  • Direct point: ich möchte direkt zum aktuellen Redner_innenbeitrag etwas sagen: Bitte verwendet dieses Zeichen vorsichtig, da hierbei nicht gedacht ist, in eine Diskussion überzugehen.
  • Twinkeln/Zustimmung: Wenn du dich für eine Sache entscheidest, oder eine Sache gut findest.
  • Disagree/Ablehnung: Wenn du dich gegen eine Sache entscheidest, oder eine Sache blöd findest.
  • Technical point: Du möchtest dringend etwas sagen, was nicht mit dem Inhalt des Gespräches zu tun hat. Z.B. das Dach stürzt ein, das Essen ist fertig
  • Wiederholung: Ein Thema wiederholt sich. Komm zum Punkt.
  • Language: Ich verstehe etwas sprachlich nicht. Bitte Übersetzung!
  • Proposal: Konkreter Vorschlag, inhaltlich oder zur Vorgehensweise. Ich hab ne Idee was wir jetzt machen!

Tagesordnungspunkte/Themen sammeln: Was soll auf diesem Treffen angesprochen werden? Wenn es viele Themen gibt: Einschätzen, wie viele Minuten Redebedarf jedes Thema hat. Wenn gar nicht alle an den Tagesordnungspunkten/Themen interessiert sind, können verschiedene Kleingruppen gebildet werden, die sich nach vereinbarter Zeit wiedertreffen und die Ergebnisse in großer Runde austauschen.

Sitzanordnung: Es hat Vorteile, in einem Kreis zu sitzen: JedeR sieht JedeN. Dadurch kann JedeR mehr auf die Bedürfnisse der Mitdiskutierenden achten und das Aufeinandereingehen wird möglich.

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