Newsletter 15. August 2010

Hallo Jukssis,

eigentlich wollten die Organisator_innen des Juksses alle drei Monate Informationen zum Stand des selbigen über dieses Medium verbreiten, nun sind seit dem letzten verschickten Jukss-Newsletter aber bereits sechs Monate vergangen. Die Ursache dafür ist einfach und bitter: Es scheinen sich derzeit kaum bis gar keine Menschen mehr für den Jukss verantwortlich zu fühlen, so dass sich viele dringende ToDo's angestaut haben und es fraglich ist, ob es dieses Jahr (oder gar zukünftig) einen Jukss geben wird. Die folgende Zeilen werden demnach auf ein Jukss-Krisen-Newsletter reduziert.


1. KERNORGANISATION

Schon auf dem letzten Jukss in Elmshorn gab nur einen Menschen, der sich vorstellen konnte bzw. verbindlich dazu bereit erklärte die Kernorganisation des diesjährigen Juksses zu übernehmen.

In die Kernorga einzusteigen bedeutet in erster Linie verbindlich (wirklich) viel Zeit und Energie, möglichst über das ganze Jahr, in die Organisation des Jukss zu stecken. Außerdem sollten Kernorgas einen Überblick bezüglich der anfallenden Aufgaben behalten, solche bei Bedarf delegieren und gegebenenfalls Menschen an zugesagte ToDos / Deadlines erinnern. Jene, die den Überblick über den Stand der Organisation haben, können auch meistens Newsletter oder eMails an die Jukss-Orga-Liste umfassender mit Informationen füttern. Fast immer sind die Menschen der Kernorga auch im Vorstand des jat e.V. (Trägerverein des Jukss -> http://jukss.de/Jukss-Verein ) und unterschreiben in aller Regel den Schulvertrag. Sie übernehmen also zudem ein gutes Stück Verantwortung.

Derzeit gibt es anscheinend keine die Kernorga machen wollen oder machen. Zwar haben einige aus der sich auflösenden Orgagruppe Schulen besucht, Finanzanträge geschrieben, Orgatreffen vorbereitet/organisiert, und andere Aufgaben erledigt, aber die Jukssorganisation war und ist für jene eben nur ein 'Nebenprojekt'. Sprich es gibt grad keine, für die die Jukssvorbereitung eine primäre Rolle in ihrem Leben spielt.

Da eine sogenannte Kernorga mitunter auch Hierarchien aufbauen kann, wäre es sicher wünschenswert, dass erstgenannte überflüssig gemacht würde. Dies würde aber voraussetzen, dass eine größere Orgagruppe (ab acht Personen erscheint realistisch) gleich viel 'viel' für den Jukss macht und möglichst auf dem selben Wissensstand ist. Zudem wäre dann eine noch bessere, regelmäßige, für alle gut nachvollziehbare Kommunikation innerhalb der Gruppe von Nöten und ein für vieles sich mitverantwortlich fühlen.


2. ORGATREFFEN

Ob der Jukss dieses Jahr stattfinden kann, wird sich höchstwahrscheinlich auf dem nächsten Orgatreffen abzeichnen. Dazu wurde unter http://doodle.com/kthg6d3zieqtuqx9 ein Doodle (Terminfindungsumfrage) eingerichtet. Wenn ihr den Jukss retten wollt, könnt ihr dort Zeiträume markieren an denen ihr zu einem Orgatreffen kommen könntet.


3. MANDU'S GEDANKEN (sind nicht unbedingt die der Menschen die sich im Orgateam verorten!)

"Der Jukss ist für uns alle ein Neben-Projekt. Und für uns als Individuen auch nicht mehr so unerlässlich, um unsere Ideen einer anderen Welt umzusetzen, als dass wir nicht auch auf ihn verzichten könnten. Aber die Frage ist, ob wir kollektiv auf den Jukss verzichten könnten, ob die Welt auf den Jukss verzichten könnte?

Der Jukss hat viele von uns politisiert oder mit anderen Politisierten vernetzt, uns das Gefühl gegeben, dass es eine große Familie von Gleichgesinnten gibt, die beim Zusammentreffen ne Menge bewegen kann. Klar, da gibt es auch andere Möglichkeiten; aber die Mischung ist einzigartig. Anders als auf Demos, Festivals, Öko-/Rainbow-Camps geht es primär um Bildung, also einen kognitiven Zugang zur anderen Welt. Damit ähnelt der Jukss Jugendkongressen von Jugendpresse, Parteien oder Umweltverbänden -- und ist dabei von Form wie Inhalt der egalisierendste (niemand steht über anderen) und utopischste (wir wollen über die bestehende Ordnung grundsätzlich hinaus).

Damit befinden wir uns gewissermaßen im Selbst-Widerspruch, denn einen Kongress für die Jugend zu machen, heißt immer, sich pädagogisch gewissermaßen über andere zu stellen -- und wir sind von unserer Infrastruktur her bisher immer mehr Teil der bestehenden Ordnung gewesen als Camps und Festivals auf "befreiten" Kommunen-Geländen.

Hat sowas denn Zukunft?

Oder ist die Zeit des Jugendumweltkongresses aus mannigfaltigen Gründen abgelaufen? Weil die aktuellen Orgas weder Teil der Jugend noch ihre Lehrer sein wollen und sogar den Begriff Jugend fragwürdig finden? Weil Umwelt heute entweder alles umfasst (z.B. jede Form von Polis, von sozialer Umgebung) oder die konkrete politische Ausrichtung verloren hat, die er in den letzten Jahrzehnten hatte? Weil Kongress (eigentlich?) nur durch Identifikation von Menschen als Teil einer Orga-Gruppe möglich wird und das zu Stress führt, der eigentlich Teil der zu überwindenden Ordnung ist?

Hier am letzten Punkt könnte eine mögliche Umwälzung beginnen: Wenn es keinen JAT-Verein mehr gebe, würde kein Stress von außen mehr die Gruppe formen und jede_r könnte sich wirklich frei entscheiden, ob eine Gruppe unter der Flagge "Jugendumweltkongress" die seine ist. Und wenn es keiner Schule bedürfe, um sich zu treffen, dann ebenfalls. Aber was wäre dann der Jukss noch außer einer weiteren Gelegenheit im Jahr, seine politische Wahlfamilie zu treffen?

Wem gibt der Jukss so viel, dass er_sie dafür viel geben würde? Oder ist das die falsche Frage???"


4. JUKSS-TERMIN & STAND DER SCHULSUCHE

Sollte der Jukss dieses Jahr in Leipzig stattfinden, wäre auf Grund der Ferien in Sachsen (23.12.-02.01.2011) würde sich der Zeitraum für den Jukss vom 25.12.2010 bis zum 02.01.2011 anbieten.

Es wurden eine ganze Reihe von Staatsschulen, Privatschulen und das Schulverwaltungsamt in Leipzig bezüglich möglicher Räumlichkeiten angefragt -- allerdings erfolglos, bis auf die Möglichkeit, in der Waldorfschule für 7000 Euro den Jukss zu machen, wofür wir Anfang August ne schriftliche Vertragsvorlage bekommen.

In Freiburg wurden ebenfalls erfolglos Schulen befragt, ansonsten gab es bisher keine weiteren Versuche zur Raumsuche. Wenn ihr eine Möglichkeit seht, dann engagiert euch!


Und zwar nicht nur, weil dieses Wochenende das zweite Orga-Treffen in Folge ausfällt, weil trotz Bemühungen und Chancen noch immer keine Schule klar ist und die Finanzen nicht auf Vordermensch sind, sondern in allererster Linie, weil sich niemand mehr mit dem Jukss identifiziert -- es scheint niemandem wichtig, dass es den Jukss gibt.


Zumindest lenken die 5-6 Leute, die bei den letzten Orga-Treffen regelmäßig dabei waren, ihre utopischen Energien primär in andere Projekte wie Kochkollektiv, Hausprojekt, Kind, Besetzung, ... aber nicht in den Jukss.

Abgesehen davon sieht der Stand des Orga-Prozesses situativ gefasst so aus: Für das nächste Jukss-Orga-Treffen ist noch kein konkreter Zeit-Ort gefunden worden, aber es war angedacht, ihn wenn möglich in einem entstehenden Projekt in Mannsdorf/Sachsen zu machen. Es ist die Frage, ob wir dann daraus ein ultimatives Jukss-Krisen-Neukonfigurierungs-Treffen machen.

Also, wie geht's weiter??

frägt Mandus [noch wer?]