Dies ist eine Zusammenstellung von vielen "Fach-Begriffen" die unter anderem auf dem Jukss gebraucht werden. Als Neuling, aber auch als Alt-Jukssi, kann es immer wieder mal passieren, dass mensch über ein Wort stolpert, das ihm/ihr fremd ist.
Vor dem 2008er Jukss hat sich diese Seite auf einmal stark gefüllt, ihr könnt euch aber immernoch an der Ergänzung beteiligen!
[Bearbeiten] Organisation/Methoden/...
- AK – Arbeitskreis – (meist regelmässiges) Treffen von ca. 5-10 Leuten mit einem begrenzten Thema oder Ziel, an dem gearbeitet werden soll; u.a. durch die Regelmässigkeit entsteht oft eine Atmosphäre, die an Schule/Uni-Seminare erinnert und jede Dynamik lähmt. Oft auch Alibi-Aktivität: "Wenn du nicht mehr weiter weisst, gründe einen Arbeistkreis."
- AG – Arbeitsgruppe – Ähnlich wie Arbeitskreis, jedoch eher von Leuten, die sich besser kennen/kennelernen (Gruppe)
- Bezugsgruppe – Gruppe aus Leuten, die sich für einen bestimmten Zeitraum, wie z.B. eine Aktion, oder den gesamten Jukss zusammen tut. (Kann natürlich auch über einen längeren Zeitraum existieren.) Meistens haben diese einen gewissen Grundkonsens, z.B. was die Aktionsform oder eine gewisse Weltanschauung betrifft. In der Gruppe wird sich ausgetauscht, mensch findet dort Halt und bei großen Aktionen, wie z.B. den Castor-Protesten, kann ein_e Deligierte_r zwischen dem Deligierten-Plenum und der Bezugsgruppe vermitteln
- Blüte – für den Jukss in Hamburg entwickeltes Plenums-Alternativmodell, bei dem eine kleine Gruppe Delegierter in der Mitte diskutiert, während die Delegierenden hinter dieser Person sitzen. Bei Unstimmigkeiten kann sich der_die Delegierte umdrehen und mit seiner_ihrer Gruppe rücksprechen; außerdem kann der_die Deligierte jederzeit ausgetauscht werden
- Fishbowl – Diskussionsmethode: Es gibt einen inneren Kreis, der aus ca. 5 Stühlen besteht. Dort wird ein bestimmtes Thema diskutiert. An der Diskussion kannst du dich beteiligen, indem du dich hinter eine der Personen im inneren Kreis stellst und sie dadurch nach ihrem Redebeitrag ablöst. Diese Methode soll undynamische Großgruppen-Diskussionen in eine Kleingruppen-Diskussion verwandeln und durch das Auswechseln der SprecherInnen Rededominanzen verhindern.
- Gewaltfreie Kommunikation – Konfliktlösung nach dem Grundmuster: 1) Beobachtung 2) Gefühl 3) Bedürfnis 4) Bitte. Es wird versucht, Konflikte ohne Verurteilungen, Schubladen, Schuld, Druck, oder Gewalt zu lösen.
- Handzeichen – Sie erleichtern das Kommunizieren und Diskutieren in Großgruppen. Das hin- und her-schütteln der nach-oben-gehaltenen Hände bedeutet z.B. Zustimmung, während Arme, vor der Brust verkeuzt, Ablehnung bedeuten. siehe hierfür auch: http://skillsforaction.twoday.net/stories/5038525/ (in der pdf-Datei[unten]gibts auch Zeichnungen)
- Hummeln – grosse, wildlebende Bienenart; im Kontext von Kommunikationsformen eine Praxis, bei der Personen ("Hummeln") räumlich zwischen verschiedenen Diskursen pendeln und diese durch ihre Beiträge vernetzen bzw. deren Horizont erweitern / zusätzliche Ideen einbringen; s. a. open space
- Kleingruppe – Gruppe von ca. 3-5 Leuten, die sich mühelos unterhalten können, ohne sich gegenseitig zu unterbrechen, die sich zuhören können und aufeinander eingehen
- Konsens – Entscheidung, mit der alle einverstanden sind, oder die nur von wenigen ohne Einlegen eines Vetos abgelehnt wird (bestimmte Methode zur Entscheidungsfindung). Konsensstufen:
- ich stimme zu und mache mit
- ich stimme zu und mache nicht mit
- ich stimme nicht zu, mache aber trotzdem mit
- ich stimme nicht zu und mache nicht mit (stand aside)
- ich lege eine Veto ein (= kein Konsens)
- ich verlasse den Zusammenhang ganz
- Mitmachgruppe – Gruppe von Leuten, die während des Jukss spezielle Aufgaben übernimmt bzw. koordiniert, z.B. Mitmachgruppe Infothek, Computerraum oder Pressearbeit
- Moderation – Kommunikationsform, bei der eine oder mehrere Personen (Moderator_innen) in einer Diskussion oder in einem Plenum versuchen, die Redner_innenliste im Überblick zu behalten und neutral zwischen den verschiedenen Positionen zu vermitteln, z.b. durch Zusammenfassungen oder Rückbezüge. Die Aufgaben Redner_innenliste und Vermittlung können von verschiedenen Personen wahrgenommen werden. - In stark polarisierten Diskussionen ist eine neutrale Vermittlung nicht möglich oder nicht glaubwürdig; s. a. andere Kommunikationsformen
- open space – Methode zur Diskussion oder Ideenentwicklung: Es wird in Kleingruppen diskutiert, aber alle können zu jeder Zeit umherlaufen und wechseln. Jede Gruppe führt sichtbar Protokoll über das, was sie grade redet, damit andere in die Diskussion einsteigen können.
- Plenum – Vollversammlung, also eine Runde, in der Dinge besprochen werden, die alle angehen; v.a. Organisatorisches; hat meist einen mühsamen Beigeschmack
- Redeliste – Reihenfolge, in der Leute zu Wort kommen: so wie sie sich gemeldet haben oder quotiert, d.h. z.B. abwechselnd weiblich/männlich (Reissverschlussprinzip)
- Themenplattform – Räume, Zimmer, Tische (oder was eben zur Verfügung steht), die für einen gewissen Themenkomplex verwendet werden(wie z.B. Gender-Kritik, Anti-Atom, direct Action,...), indem dort z.B. Flyer ausliegen oder Workshops/Diskussionen abgehalten werden
- Tuschelrunde – Gruppen von max. 5 Personen unterhalten sich kurze Zeit über eine bestimmte Fragestellung. Danach werden die Gruppen neu gemischt. Ziel ist es, möglichst viel direkten Austausch zu haben und evtl. Verabredungen zu treffen. Eignet sich auch als Kennenlern- und was-will-ich-hier-Methode.
- Workshop – schicker Neologismus (Wortneuschöpfung) für Seminar, oder Gruppenstunde; s. a. Artbeitskreis bzw. Arbeitsgruppe
- Anarchie – heisst wörtlich ohne Herrschaft. Häufig wird zwischen politischen (revolutionärer, kommunistischer, Individual- [sehr umstritten] A.) und lifestyle-Ansätzen unterschieden. Politisch einflussreiche Formen des Anarchismus sind seit den 1920er und 1930er Jahren (z.B. Spanien; Bayerische Räterepublik) weltweit verschwunden. - Nach einer anderen Auffassung hat es Anarchie als stabiles politisches System auf der Basis eines vom Denken in Staaten, festen Territorien, abgegrenzten Menschengruppen (Nationen, ...) geprägten Gesellschaftsbegriffs nie oder nur in Ausnahmefällen gegeben, vielmehr käme der Versuch, ein stabiles politisch-anarchistisches System nachzuweisen dem Versuch gleich, einen anarchistischen Staat empirisch zu belegen; nach dieser Auffassung hat es viele Anarchismen gegeben und gibt es auch heute, wobei diese aufgrund des dominierenden Verständnisses vom politschen Anarchismus und einer Staatsfixierung häufig im Verborgenen bleiben. Im gegenwärtigen Verständnis von Anarchie wird eine anarchistische Alltagspraxis (gelebter Anarchismus) von einem plakativen Anarchismus (politischer A., lifestyle-A.), der viel Wert auf repräsentative Formen legt, unterschieden. - Historisch ist A. konzipiert ohne einheitliche Zielsetzung, mit der einzigen Ausnahme, dass jegliche Staatsgewalt und -macht abgelehnt wird. A. soll der Zustand heissen, in dem alle Genoss_innen der jeweiligen Kommune die Produktions- und Reproduktionskräfte und -bedingungen nach ihrem jeweiligen Können und Bedürfnissen selbst organisieren und aushandeln. - Eine kleine Minderheit sich als Anarchist_innen bezeichnender Dogmatiker_innen lehnen nicht nur Staat und Staatsapparate ab, sondern jegliche Hierarchie. Wobei bei einem solchen Hierarchie-Begriff es nebulös wird worum es bei dieser Ablehnung überhaupt gehen soll, denn Abstufungen, nach Wissen, Alter, usw. sind dem Leben immanent.
- Emanzipation / emanzipatorisch – Befreiung, die mit Erkenntnis verbunden ist, z.B. die Erkenntnis über die Begrenztheit der eigenen Rolle und das Verlassen dieser. Gegenteil von Entfremdung.
- Hierarchiefreiheit/-abbau - ist Abwesenheit, bzw. der Abbau einer hierarchischen Ordnung. H. ist (gegenwärtig) ein Ideal, dem sich Individuen wie auch Gruppen durch das Bewusstmachen bestehender Hierarchien und deren schrittweisen Abbau nähern können. Kommunikation ist dazu häufig ein Schlüssel.
- Konsequenz/Radikalität – ersteres bedeutet: wenn eine Analyse als zutreffend erkannt wird, daraus den richtigen Schluss auch im Handeln zu ziehen; zweiteres bedeutet: von der Wurzel her, d.h. eine Analyse, die tiefliegende Ursachen miteinbezieht, und sich nicht vor weitreichenden Konsequenzen scheut
- Solidarität – Begriff, der dazu geeignet ist, ein konkretes Miteinander und Füreinander durch Abstraktion zu entfremden; häufig in monetären Zusammenhängen verwendet; s. a. Unverbindlichkeit
- Unverbindlichkeit und Is-mir-egal-Stimmung – Erklärungsansatz: Alles kann, nichts muss. Dadurch werden oft scheinbare Verabredungen getroffen, die dann wegen kurzzeitigem Interessenwandel doch nicht eingehalten werden. Dadurch, dass Verantwortung geteilt wird, lässt sich diese gut auf "die anderen" abschieben. Führt in der Praxis leider oft dazu, dass es immer wieder die selben sind, die sich der unbeliebten Aufgaben annehmen.
[Bearbeiten] Jukss-Wörtis (?) ;-) /"Gendering"
- Duschampel – eine Art "Ampel" die an die Duschtür gehängt wird. Es gibt z.B. "will alleine duschen" , "nur für männliche Duscher" , "duschen für alle" oder eben "Dusche leer" Mit einem Pfeil markiert mensch was mensch möchte, damit jedeR so duschen kann wie mensch möchte.
- etw. (de)konstruieren – orientiert sich an der Sprach- und Schriftphilosophie Jaques Derridas; bedeutet: eine als Konstruktion wahrgenommene, oder bezeichnete Gegebenheit, Ding, Beziehung zu analysieren (vorallem den Raum/Sinn/Verweis, der durch das gegeben sein ausgeblendet wird) und sie anschliessend begrifflich in ihre Elemente zu zerlegen. Ist die Zerlegung erfolgt werden die Elemente in anderer Art wieder zusammengefügt. Nicht unumstritten.
- Infothek veraltet heute: Infostand, -tisch = dies is wieder out Infotehek is wieder COOL und IN!
- Klozeitung – eine regelmäßig auf dem Klo ausgehangene Zeitung, in der jedeR Artikel veröffentlichen kann (z.B. über den Klozeitungs-Briefkasten). Dadurch, dass sie an einem Ort hängt, den alle mal aufsuchen werden, ist sie ein gutes Medium, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
- mensch (statt man) – siehe den Begriff PC
- Seelensanis – Mitmachgruppe, an die sich Menschen wenden können, denen es psychisch schlecht geht
- Teilis/Nutzis/***is – geschlechtlich unbestimmter Plural. Statt einem Binnen-I (z.B. NutzerInnen) wird die Endung "is" benutzt um auszudrücken, dass das Geschlecht der gemeinten Person(en) egal ist, egal ob männlich, weiblich oder eine andere Schublade.
- Utopie – lat. der Nicht-Ort
- Zivis/Zivten – ZivilpolizistINNen, die versuchen, sich unbemerkt unter die Jukssis zu mischen. Was sie da wollen, kann man sich denken.. wohl kaum Spaß haben am Gitarre spielen, Socken stricken und über Permakultur diskutieren. Am besten erstmal andere Leute drauf ansprechen und dann direkt intervenieren?! Jedoch kann Misstrauen auch schnell zu paranoidem Verhalten gegenüber als "seltsam" empfundenen Menschen führen - daher ist Übersicht geboten, bevor ein "Sonderling" gleich als "Zivi" denunziert wird. Einen solchen Ruf kriegt der Mensch schlecht wieder los, denn das Gerücht behält Beharrungskraft, auch nach Klärung der Lage.
- antizivilisatorisch – gegen die Zivilisation. Technik und alle anderen menschlichen Errungenschaften ablehnend um in einem vermeintlich ursprünglichen Naturzustand zu leben.
- Castor – der Kumpel von Pollux, oder: ein Atommülltransport
- CO2/Klimawandel – das aktuelle Katastrophenszenario, mit dem ein neuer Innovations- und Verteilungszyklus der kapitalistischen Vergesellschaftung legitimiert wird. Klimawandel finden seit der Entstehung des Planeten Erde immer wieder statt - siehe Kalt- und Warmzeitzyklen
- GMOs – genetically modified organisms = gentechnisch veränderte Pflanzen/Tiere
- Ökozid – Gleichsetzung von Naturausbeutung mit der Tötung von Menschen aufgrund der Zuweisung zu einem anderen "Volk". Wird v.a. von Ökofaschist_innen verwendet.
- Patent – Mensch drückt seinen Stempel auf ein Produkt oder Erfindung und kassiert Kohle wenn andere Menschis es benutzen oder aktualisieren wollen.
- radikale Jugendumweltbewegung ...(?) – ist heute politisch als marginal anzusehen
- Umwelt – Systemtheoretisch das Aussen eines funktional abgegrenzten Systems
- Wendland – ländlicher Raum im größten Autobahnloch D-lands (zwischen Berlin, Hamburg & Hannover). Bekannt durch den breiten Widerstand gegen den Castor-Transport nach Gorleben.
- (und so andere Öko-Problematik-Wörter... fällt mir grad nix zu ein... :-) )
- Adbusting – Werbung verändern mit dem Ziel, diese zu kritisieren oder um andere Inhalte rüberzubringen
- Baumklettern – Das Besteigen von Bäumen mit entsprechendem Material (Klettergurte, Karabiner usw.)
- clown army –Armee-Gruppe, die sich als Clowns verkleidet und Amtspersonen u.ä. durch kreative und witzige Aktionen stört oder spiegelt.
- direct action – politische Aktion, die direkt ist, weil sie entweder die Menschen direkt anspricht, das Ziel des Protestes direkt schädigt oder direkt von den Betroffenen selbst ohne StellvertreterInnen ausgeführt wird. Beispiele sind Straßentheater, Sabotage oder selbstorganisierte Streiks. Grenzt sich ab von Parlamentarismus, Lobbyarbeit etc. Nicht zu verwechseln mit der "Action Directe", einer linksradikalen Terrororganisation aus Frankreich.
- direkte Intervention – direktes Einschreiten bei problematischen Situationen, z.B. ungewollte Anmache, rassistische Polizeikontrolle
- EA = Ermittlungs-Ausschuss – Kümmert sich bei Festnahmen bei politischen Aktionen und ähnlichem um Anwälte. Meist nur telefonisch ereichbar (EA-Nummer)
- Flash Mob – Sehr schnelle Aktion in der Personen unabhängig voneinander zur exakt der selben Zeit etwas machen um auf Sachen hinzuweißen.
- Forumtheater/Theater der Unterdrückten/verstecktes Theater – Theater auf der Straße, das meist dazu dient, Menschen zum Nachdenken und Eingreifen anzuregen
- guerilla gardening – 'unerlaubtes' Anpflanzen von Nutzpflanzen/Blumen/... in Parks, auf Verkehrsinseln, Brachflächen oder sonst wo, wo mensch es gerne gemütlicher hätte oder die er zur Nahrungsmittelproduktion nutzen möchte
- gewaltfreie Aktion – politische oder soziale Widerstands- und Auseinandersetzungsform, die bewusst auf Gewalt gegen andere Menschen verzichtet
- Jubeldemo – Demonstration für etwas gegen das man eigentlich ist (Übertreiben, damit der Sinn klar wird)
- Kommunikationsguerilla – meist nicht vollständig verstandenes Konzept der Aneignung, Entführung, Umwidmung von Bestandteilen des Symbolischen Codes zum Zwecke der vollständigen Erschaffung von Situationen. Das Konzept wurde von verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen entwickelt, die sich an der avantgardistischen Revolutionstheorie der SI (Situationistischen Internationalen) orientierten, bzw. versuchten die von der SI vorgeschlagenen und verwandten Methoden des Umherschweifens, der Zweckentfremdung und des unitären Urbanismus (u.a.) anzuwenden, fortentwickeln.
- kreative Antirepression –Keine Aussage machen und sich trotzdem nicht "klein" machen lassen von Staat, Justiz und oder Bullen.
- kritische Masse / critical mass – 1.Masse an spaltbaren Nukliden, ab der sich eine Kernspaltung-Kettenreaktion von selbst aufrechterhalten kann 2.Fahrrad-Demonstration 3.Zeitung der BUNDjugend
- Lock-On – Das Anketten an Gegenständen oder in Pyramiden um z.b. einen Castor zu verhindern oder eine Räumung zu erschweren.
- mars-TV – Fernsehreporter vom -Mars-, die über die für sie grotesken Gegebenheiten auf der Erde live von der Straße berichten. Hierfür wird nur ein Bettlagen(oder ähnliches) benötigt, aus dem ein Bildschirmrahmen gebastelt wird und 2 Menschen die diesen halten; und natürlich eine_n Marsreporter_in und lustige Verkleidung (nach bedarf schminke) natürlich auch :-).
- Rote Hilfe – Organisation, die sich um Menschen kümmert, die wegen ihrer politischen Tätigkeit staatliche Repression erfahren. Wichtiger Grundsatz ist die Aussageverweigerung gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft. Herausgerberin der Rechtshilfe-Broschüre "Was tun, wenns brennt?"
- RTS / reclaim the streets – eine unangemeldete Straßenparty, bei der die "Straße zurück erobert" wird
- stencils – (Spüh-)Schablonen ermöglichen die Massenreproduktion von schönen und/oder politischen Motiven
- Auf Flugzeugtragflächen mitfliegen - Pan Tau aus der gleichnamigen tschechischen Fernsehserie nutzte diese Form der schnellen Fortbewegung sehr gerne. Stilvolle Kleidung dafür: dreiteiliger Anzug, Fliege, Melone, Regenschirm!
- "Blinder Passagier - Mensch ohne Papier, das sagt er/sie ist Passagierin und welcher sich deshalb die Augen zu hält um nicht gesehen zu werden
- Drachenfliegen - heutzutage selten, da Drachen sich sehr aus den besiedelten Gebieten zurückgezogen haben.
- hoboism - in Eisenbahn-Güterwaggons kostenfrei mitfahren
- Mitfahren im Gefangenentransporter - es hilft vorher Aktionen zu machen, aber einfach unangepasst aussehen oder nicht heimisch sein hilft auch.
- Reiten - meist auf starke Gewalt basierende Form des Zwingens von als Pferde bezeichneten Lebewesen, die dann Menschen auf Ihrem Rücken tragen, die Pferde sind sich dabei Ihrer eigenen Kraft selten bewusst (parallelen zu menschlichen ArbeiterInnen sind zufällig)
- trampen/autostop/hitchhiking – an der Straße Autos anhalten oder an Tankstellen Leute ansprechen, um zu fragen, ob diese eineN mit dem Auto mitnehmen können
- Zugtrampen – am Bahnhof Leute ansprechen, um bei ihnen mit dem Wochenendticket oder Länderticket mitzufahren, das zumeist für 5 Personen gilt
- "alles für alle" – Slogan, der die geistige Enge der vom Kapitalismus produzierten Knappheit überwinden helfen soll; Kritik am Eigentum.
- "alles für mich" - Slogan, der die geistige Enge der vom Sozialismus produzierten Knappheit überwinden helfen soll; Kritik am Kollektiv-, Staatseigentum
- autonom/Autonomie – utopisch - siehe Utopie
- Kollektiv – Gegensatz von Individuell; setzt meist darauf Einzelmenschen oder -Meinungen durch den normativen Appell, das etwas für eine "Gemeinschaft", oder zum "Gemeinnutzen" "besser", "sinnvoller", "ökonomischer", usw. wäre, diese zu marginalisieren.
- Koops (Finanz-Koop, Food-Koop, ...) –
- Nutzigems – Nutzungsgemeinschaften; Gemeinschaften, in denen die Menschen sich einander Ressourcen (z.B. Werkzeuge, Räume, ...) ohne Gewinnabsicht und ohne gegenseitiges Aufrechnen zur Verfügung stellen.
- Schenkladen/Schenkökonomie/Solidarökonomie –
[Bearbeiten] Geschlechter- und Beziehungskonzepte
- wertend - mehr oder weniger subtil eingebaute nach "anarchisischer moral" des schreibenden bestimmte Dinge Wertender Grundtenor der folgenden Erklärungen
- Beziehungsmodalitäten - ähnlich wie Vertragsmodalitäten; der Begriff zielt darauf ab, menschliche Beziehungen restlos zu verdinglichen.
- freie Liebe - altbackener Begriff für die Praxis von Männern in den "Kommunen" genannten WG's der späten 1960er Jahre, sich mit allen Frauen die dort wohnten, oder dorthin kamen unbeschwerten Geschlechtsverkehr zu haben. Irrtümlich für eine "politische Praxis" gehalten.
- gender - Der Begriff Gender bezeichnet das „soziale“ oder „psychologische“ Geschlecht einer Person.
- Grenzen - sind, waren und werden immer Scheiße sein!
- heteronormativ - Kritik von Heterosexualität als Norm, und Homosexualität als (krankhafte, unnatürliche etc.) Abweichung. Während heterosexistisch die Bevorzugung von Hetereosexualität verurteilt, bezieht heteronormativ die Kritik auch auf das subjektive Empfinden und den Bereich der Bedürfnisgenese (Bedürfnisentstehung/-herstellung), der sich unmittelbarer politischer Einklagbarkeit entzieht.
- monogam versus polyamorös - Liebeskonzepte, bei denen eine Person jeweils nur eine (Monotonie), oder mehrere andere Personen (Polytonie, Mehrfachliebe) lieben kann. Monotonie ist derzeit eine gesellschaftliche Norm. (hahaha, alles klar. Das mag vielleicht für Frauen stimmen, aber bei Männern ist Polytonie gesellschaftlich voll anerkannt und wird als eine Norm gesehen -- Irrtum: Zwar ist Promiskuität eine wirkmächtige sexistische Norm, aber nicht zu verwechseln mit Polyamorie, wo es um eine mehr oder weniger romantisches Liebeskonzept geht, das nicht gesellschaftlich anerkannt ist; auch von den meisten Sexisten wird in Abrede gestellt, dass es möglich sei, zwei oder mehr Menschen gleichzeitig zu lieben. Die Verwechslung beider Begriffe, bzw. Reduktion des einen auf den anderen, weist auf die Wirkmächtigkeit der Normen hin.)
- offene Beziehungen - beliebter Begriff von "life-style-anarchists", sorgenfrei (Liebes)Beziehungen zu wahllos vielen anderen Menschen anzufangen. Hierbei wird jegliche Form von Verantwortungsübernahme für den Partner, oder auch die Bemühung tatsächliche Lösungen für gemeinsame Probleme zu finden, als "Herrschaft des anderen über mich" abgelehnt.
- queer - Begriff aus dem Englischen, bedeutet eigentlich "eigenartig, seltsam", wurde und wird aber auch eher abwertend für "homosexuell" benutzt. Menschen aus lesbisch/schwulen/bi/trans-Zusammenhängen eigneten sich diesen Begriff an und machten ihn zu ihrer Eigenbezeichnung
- Montessorischule – Erziehungs- u. Schulideen, die sich am katholischen Menschenbild von Maria Montessori (einer Duzfreundin von Benito Mussolini - Duce der italienischen Faschisten) orientieren
- selbstbestimmtes Lernen –
- travelling school of life –
- Bauwagen, Wagenburg, Wagenleben – Menschen wohnen in umgebauten Bau-,Zirkuswägen oder LKW
- Besetzungen – leerstehende Häuser werden kurzfristig oder längerfristig besetzt. Dies kann öffentlich, als auch geheim passieren. Auch die Dauer ist unterschiedlich. Mal für eine Partynacht oder z.B. so lang wie möglich. Ungenutzter Wohnraum soll für linke Subkultur und/oder Wohnprojekte genutzt werden.
- Freiraum – Ort, Zeit, oder Teil des Lebens, der/die nicht von Verwertungszwang, repressiven Normen, oder Hierarchien dominiert werden soll.
- FuWo – Funktionales Wohnen. Wohnung oder Haus ohne Privatzimmer, bei dem jedes Zimmer einen speziellen Zweck (z.B. Werkstatt, Bibliothek, Schlafen) hat.
- offener Raum/open space –
- squat – englisch: ein besetztes Haus etc.
- Szene – unüberschaubare Menschenmenge, die sich über Inhalte und/oder Symbole verbunden fühlt; meist sind die identitätsstiftenden Inhalte nicht mit alternativen Praxen verbunden, sondern mit theoretischer Abgrenzung von anderen Gruppen/Praxen; häufig haben Symbole wegen ihres identitätsstiftenden Charakters einen hohen Stellenwert; ein diffuses Wir-Gefühl schützt vor politischen GegnerInnen, kann aber auch repressiv nach innen wirken
- autonom/Autonomie – aus dem Griechischen für unabhängig
- Antifa – Antifaschist_innen, Menschen, die sich aktiv gegen Faschismen und (Neo)Nationalen Sozialismus engagieren
- Antideutsche – Selbst- später Aussenbezeichnung des Teils der ehemaligen "deutschen Linken" der sich mit den "deutschen Zuständen" in dieserhttp://www.jugendumweltkongress.de/index.php?title=Jukss-ABC&action=edit§ion=11 nicht länger abfinden will. Ziel ist eine Gesellschaft die Marx und Adornos Imperativen gerecht wird. Widerbelebung und Operationalisierung der kritischen Theorie. (also nur positiv determiniert?)
- Querfront –
- antiimps – Anti-Imperialist_innen; veraltete Leninistisch/Stalinistische "linke" Weltanschung. Anhänger_innen kritisieren notorisch die angebliche US-Amerikanische "Vorherrschaft über weite Teile der Welt"; lehnen Zionismus und den israelischen Staat ab und haben antisemitische Tendenzen (oder mehr) (und sind hier nur negativ determiniert?)
- Anarchist*innen verschiedene Strömungen die von individualen Organisationsformen über Syndikate hin reichen. Gemeinsam haben alle Strömungen, dass sie Hierachien und Autoritäten ablehnen (ausnahme Jesus-Freaks, u.ä. akzepieren Gott& Jesus als Autoritäten)
- andere Szenen... (?) –
- PC / political correctness – Normen, die innerhalb eines breiten Spektrums von politischen Szenen Geltung haben und politisch/moralisch eingefordert werden. Das Zustandekommen der Normen beruht nicht auf bewussten Entscheidungen der Beteiligten, daher sind sie auch innerhalb von Szenen nicht unumstritten – dafür jedoch üblich – siehe auch dieses Glossarium!
- Szenekritik – Szenen haben üblicherweise eine Tendenz zur Abgeschlossenheit und zu hierarchischen/repressiven Strukturen nach innen. Eine nagative Kritik bemüht sich um mehr Offenheit und einen anderen Umgang miteinander.
- VoKü – Abkürzung für Volxküche; Traditionsbegriff; heißt: eine populäre/offene Küche (OKü); VoKüs kochen für das Volk bei großen Aktionen, Projekten etc. und meist vegetarisch/vegan, manchmal auch bio und regional. Diese können feste Zusammenschlüsse sein die hierfür anreisen, sich spontan für einen Zeitraum bilden oder auch regelmäßig, z.B. in Hausprojekten, Essen anbieten(wobei hier entweder keine Einnahmen entstehen oder diese für Soliaktionen und dergleichen genutzt werden).
- vegan – Kunstwort; bezieht sich auf eine Weltanschauung, die sich vom Vegetarismus radikal unterscheiden will, weil ihr dieser nicht weit genug geht. Hauptaspekt soll eine Ernährung ohne Fleisch, Fisch, Eier, Milch, usw. sein. Ferner wird eine Lebensweise ohne tierische Produkte propagiert.
- freegan – pseudo-vegane Ernährungsform, bei welcher die AusüberInnen der Ansicht sind, dass Nahrungsmittel, welche containert wurden aus Verwertungsprozessen herausfallen, und den politischen Ansprüchen der VeganistInnen genügen. So ist z.B. Joghurt, welcher containert wurde "freegan"
- containern/dumpster diving - Brauchbare Lebensmittel, die ansonsten vernichtet worden wären aus Müllcontainern oder Kisten von Einkaufsmärkten fischen. Eine "ökologische" und aber vorallem billige Methode der individuellen Versorgung mit Nahrungsmitteln.
- anti- -
- auto- -
- inter- -
- emo- – emotional, persönlich
- polit- – mit politischer Ausrichtung, sich selbst als politisch betrachtend
- kontra- -
- konvi- – konventionell, meistens im Gegensatz zu biologischem Essen
- konform – angepasst, untergeordnet unter bestehende Zwänge; Substantiva: Konformismus, Konformität; Antonym (gegenteiliger Begriff): Widerstand
- selektiv – aussortiert, selektive Wahrnehmung: nur das wahrnehmen, was mensch selbst wahrnehmen will oder kann (z.B. wegen beschränktem Horizont ;)
- sympathisch -
- dogmatisch – Festhalten an Glaubensgrundsätzen, die man selbst als richtig und wahr ansieht. Gleichzeitig oft starke Ablehnung all jener, welche diese hinterfragen oder bestreiten
- phlegmatisch -
- strukturell – Bestehende Strukturen/Mechanismen sorgen dafür, dass Änderungen wieder rückgängig gemacht werden; für dauerhafte Änderungen müssen also auch die Strukturen verändert werden.
falls irgendwem was besseres einfällt wo mensch das einordnen kann bitte ändern...
[Bearbeiten] Kritikpunkte am "System"
- Antisemitismus -
- Kapitalismus – gegenwärtiges Wirtschaftssystem, das totalitär ist (erstreckt sich auf alle Lebensbereiche, ein Entwischen ist kaum möglich) und einen großen Teil der Menschen ausbeutet
- Kolonialismus –
- Sexismus – Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (innerhalb der patriarchalen Gesellschaft v.a. von Frauen)
- Rassismus –
- Verklemmtheit -
- Unfreiheit -
- Dummheit -
- Gentechnik – Methode zum gezielten Manipulieren von "Erbeigenschaften"
- Atomkraft – ist (scheinbar) klimafreundlich... wenn die Ressourcenrechnung oberflächlich gemacht wird
- Arbeitszwang -
- Gentrifizierung – Kiezaufwertung, verbunden mit steigenden Mieten und anderen sozialen Ausschlussmechanismen
- Eliten/Autorität –
- G8 – war gestern
- Lookism – Diskriminierung von Menschen, die nicht in das gesellschaftliche Schönheitsideal passen
- Homophobie – Diskriminierung aufgrund von (gelebter) Homosexualität
- Entfremdung – kann ganz schnell geschehen; wer zum philosophischen Konzept der E, mehr wissen will kann im gleichnamigen Buch von Rahel Jaeggi lesen (Campus Verlag, Ffm 2006)
- Esoterik -
[Bearbeiten] Jukss-Orga & Orgastruktur